Die zwei Wölfe in dir
Der Wolf, den du fütterst, wird stärker.
Komm zur Ruhe, wo immer du gerade bist.
Schließe die Augen, wenn du magst, und nimm einen tiefen Atemzug.
Lass die Luft langsam ausströmen und spüre, wie dein Körper etwas schwerer wird.
Noch ein Atemzug – einatmen, Raum schaffen.
Ausatmen, loslassen.
Ich möchte dir heute von Wölfen erzählen.
Und von einer Entscheidung, die du jeden Tag triffst – oft ohne es zu wissen.
In den Wäldern Nordamerikas leben Wölfe in Rudeln.
Sie jagen gemeinsam, ziehen ihre Jungen gemeinsam auf, und sie kämpfen gemeinsam ums Überleben.
Was die Wissenschaft über Wölfe herausgefunden hat, ist erstaunlich.
Ein Wolf, der regelmäßig frisst, wird stark, wachsam, lebendig.
Ein Wolf, der hungert, wird schwach, zieht sich zurück, verliert seinen Platz im Rudel.
Es ist eine einfache Wahrheit der Natur: Was genährt wird, wächst.
Was nicht genährt wird, verkümmert.
Es gibt eine alte Geschichte, die von zwei Wölfen erzählt.
Nicht von Wölfen im Wald, sondern von Wölfen in uns.
Ein alter Mann sagte einmal zu seinem Enkel: In jedem von uns leben zwei Wölfe.
Der eine Wolf ist dunkel.
Er ist Angst, Groll, Neid, Selbstmitleid.
Er nährt sich von dem, was schiefgeht, von Sorgen über morgen, von Ärger über gestern.
Der andere Wolf ist hell.
Er ist Mut, Mitgefühl, Dankbarkeit, Hoffnung.
Er nährt sich von dem, was gelingt, von kleinen Freuden, von Verbindung zu anderen.
Der Enkel fragte: Welcher Wolf gewinnt?
Der alte Mann schwieg einen Moment.
Dann sagte er: Der, den du fütterst.
Stell dir das vor.
Jeden Tag entscheidest du, welchem Wolf du Nahrung gibst.
Jeder Gedanke, dem du Aufmerksamkeit schenkst, ist wie ein Stück Fleisch, das du einem der beiden Wölfe zuwirfst.
Grübelst du über eine Kränkung nach?
Der dunkle Wolf frisst.
Bemerkst du etwas Schönes auf dem Weg zur Arbeit?
Der helle Wolf wird stärker.
Lass uns einen Moment innehalten.
Atme tief ein und frage dich: Welchen Wolf habe ich heute gefüttert?
Atme aus – ohne Urteil, nur mit Neugier.
Vielleicht war es der dunkle Wolf.
Das ist menschlich.
Er ist laut, er drängt sich auf, er will gesehen werden.
Aber du hast die Wahl, wem du ab jetzt deine Aufmerksamkeit schenkst.
Atme ein und stell dir den hellen Wolf vor – ruhig, stark, geduldig.
Atme aus und wirf ihm einen Gedanken zu, der ihn nährt.
Vielleicht ist es Dankbarkeit für etwas Kleines.
Vielleicht Mitgefühl mit dir selbst.
Vielleicht einfach dieser Moment, in dem du dir Zeit für dich nimmst.
Was würde sich verändern, wenn du ab heute bewusst entscheidest, welchen Wolf du fütterst?
Die Natur zeigt es uns so klar.
Was genährt wird, wächst.
Was nicht genährt wird, verkümmert.
Der Wolf, den du fütterst, wird stärker.
Und du hältst jeden Tag das Futter in der Hand.
Der Wolf, den du fütterst, wird stärker.
Nimm diesen Gedanken mit in deinen Tag.
Atme noch einmal tief ein und öffne langsam die Augen.
Die zwei Wölfe sind noch da – sie werden immer da sein.
Aber du weißt jetzt, wer entscheidet.
Danke für diese gemeinsamen Minuten.
Danke, dass du Calm Sessions genutzt hast.
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