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Tiefgang

Der Baum und der Zaun

Das Leben findet immer einen Weg – auch deines. Du hast Bilder gesehen von Bäumen, die um Hindernisse herumwachsen – Zäune, Steine, Mauern. Sie kämpfen nicht dagegen an. Sie wachsen einfach weiter. Deine Sucht ist ein Hindernis. Du wächst darum herum.

Der Baum und der Zaun
Mach es dir bequem und lass dich in diesem Moment ankommen. Spüre, wie dein Körper sich entspannt. Atme einmal tief ein. Und lass die Luft langsam wieder fließen. Noch ein bewusster Atemzug. Gut. Ich möchte dir heute eine Geschichte erzählen von einem Baum, der etwas Erstaunliches getan hat. Stell dir vor, du gehst durch eine alte Wohnsiedlung. Die Häuser stehen dicht beieinander, kleine Gärten dazwischen. Zwischen zwei Grundstücken läuft ein Zaun entlang – Metall, rostbraun, etwa so hoch wie deine Brust. Direkt neben diesem Zaun steht ein Baum. Aber nicht so, wie du es erwarten würdest. Dieser Baum ist vor langer Zeit als kleiner Setzling gepflanzt worden, keine drei Meter vom Zaun entfernt. Die Menschen dachten damals wahrscheinlich: "Hier hat er genug Platz zum Wachsen." Doch als der Baum größer wurde, geschah etwas Unvorhergesehenes. Seine Wurzeln breiteten sich aus und stießen auf das Fundament des Zauns. Seine Äste wuchsen in Richtung des Metalls. Ein Problem, denkst du vielleicht. Aber der Baum sah das anders. Er kämpfte nicht gegen den Zaun. Er versuchte nicht, das Metall zu durchbrechen oder zur Seite zu drücken. Stattdessen begann er, etwas Faszinierendes zu tun. Seine Äste bogen sich sanft um die Metallstäbe herum. Sie fanden jeden kleinen Zwischenraum, jede Öffnung. Manche Äste wuchsen durch die Gitterstäbe hindurch, andere um sie herum. Jahr um Jahr passte sich der Baum an das Hindernis an. Er umarmte den Zaun regelrecht. Heute, viele Jahre später, ist der Baum gewachsen. Groß und stark steht er da. Der Zaun ist noch immer da, aber er ist jetzt Teil des Baums geworden. Die Äste haben sich so elegant um das Metall gewunden, dass es aussieht, als wären Baum und Zaun schon immer zusammengehörig gewesen. Menschen bleiben stehen und schauen staunend auf dieses Wunder. "Wie hat er das gemacht?", fragen sie sich. Die Antwort ist einfach: Er hat nicht aufgegeben. Er hat einen Weg gefunden. Nicht durch das Hindernis hindurch, sondern mit ihm. Schließe jetzt für einen Moment die Augen. Atme tief ein und stell dir vor, du bist dieser Baum. Spüre deine Wurzeln tief in der Erde. Stabil, stark, nährend. Und nun atme aus und lass dabei alle Spannung los, die du gegen deine Hindernisse aufgebaut hast. Manchmal denken wir, wir müssen kämpfen. Gegen das, was uns im Weg steht. Dagegen ankämpfen, es wegdrücken, es besiegen. Aber was, wenn es einen anderen Weg gibt? Atme ein und spüre deine Flexibilität. Was, wenn du um deine Hindernisse herumwachsen könntest? Nicht sie ignorieren, nicht so tun, als wären sie nicht da. Sondern sie als Teil deines Weges anerkennen. Atme aus und lass diese Möglichkeit in dir wirken. Wie könnte dein Leben aussehen, wenn du aufhörst zu kämpfen und anfängst zu wachsen? Das Leben findet immer einen Weg. Auch deines. Das Leben findet immer einen Weg. Du musst nicht jedes Hindernis wegräumen, um voranzukommen. Du musst nur bereit sein zu wachsen. Anders zu wachsen, als du geplant hattest. Nimm diesen Gedanken mit in deinen Tag: Du bist stärker und flexibler, als du denkst. Atme noch einmal tief ein und komm langsam zurück in den Moment. Wenn du magst, öffne deine Augen. Danke für diese gemeinsamen Minuten. Danke, dass du Calm Sessions genutzt hast.