Der Gärtner und das Unkraut
Was du nicht mehr gießt, verdorrt – auch Gewohnheiten. Ein Gärtner kämpft gegen Unkraut. Je mehr er es bekämpft, desto stärker wächst es. Bis er aufhört, es zu gießen. Dann verdorrt es von selbst. Nicht gegen die Sucht kämpfen – einfach aufhören, sie zu nähren.
Finde eine bequeme Position. Lass deine Augen zur Ruhe kommen. Atme einmal tief ein... und lang aus. Noch einmal ein... und aus. Heute erzähle ich dir eine Geschichte von einem Gärtner, der etwas Wichtiges lernte. Eine Geschichte darüber, was geschieht, wenn wir aufhören zu kämpfen.
Es war einmal ein Gärtner, der seinen Garten über alles liebte. Jeden Morgen ging er hinaus, um seine Rosen zu bewundern, seine Tomaten zu prüfen, seine Kräuter zu riechen. Doch da war etwas, das ihn zur Verzweiflung brachte. Ein hartnäckiges Unkraut wucherte zwischen seinen geliebten Pflanzen. „Das geht nicht", sagte er sich jeden Tag. „Das muss weg." Also kämpfte er. Er zupfte, er hackte, er grub. Stunde um Stunde verbrachte er damit, das Unkraut zu bekämpfen. Doch je mehr Aufmerksamkeit er ihm schenkte, desto kräftiger schien es zu werden. Jeden Morgen war es wieder da – größer, stärker, hartnäckiger als zuvor. Der Gärtner wurde müde. Seine Hände waren voller Schwielen, sein Rücken schmerzte. Und das Unkraut? Es lachte ihn förmlich aus. Eines Tages saß er erschöpft auf seiner Bank und beobachtete seinen Garten. Da bemerkte er etwas Seltsames. Die Ecke, um die er sich nie gekümmert hatte, war völlig sauber. Kein Unkraut weit und breit. Wie konnte das sein? Da verstand er. Das Unkraut wuchs nur dort, wo er es jeden Tag beachtete, wo er seine Energie hinlenkte. Wo er es bekämpfte. Also beschloss er ein Experiment. Er würde das Unkraut ignorieren. Stattdessen goss er nur noch seine Rosen, pflegte nur noch seine Tomaten, kümmerte sich nur noch um das, was er wollte. Wochenlang schaute er nicht einmal in die Richtung des Unkrauts. Als er schließlich wieder hinsah, war es verschwunden. Verdorrt. Von selbst.
Atme mit mir. Ein tiefer Atemzug hinein... und langsam wieder aus. Denk einmal an etwas in deinem Leben, das du gerne loswerden möchtest. Eine Gewohnheit vielleicht, einen Gedanken, ein Verhalten. Wie oft denkst du daran? Wie oft kämpfst du dagegen an? Nimm dir einen Moment... Was würde geschehen, wenn du diesem Unkraut in deinem Leben keine Aufmerksamkeit mehr schenktest? Wenn du stattdessen nur noch das gössest, was wachsen soll? Atme diese Möglichkeit ein... und atme den Kampf aus.
Was du nicht mehr gießt, verdorrt. Was du nicht mehr gießt, verdorrt. Es ist nicht der Kampf, der uns befreit. Es ist die Entscheidung, unsere Energie woanders hinzulenken. Nimm diesen Gedanken mit in deinen Tag. Zu dem, was wachsen soll.
Atme noch einmal tief durch. Spüre deine Füße am Boden. Öffne deine Augen. Danke für diese gemeinsamen Minuten. Danke, dass du Calm Sessions genutzt hast.
Auch verfügbar auf English