Der Raum dazwischen
In diesem Raum liegt deine Freiheit. Viktor Frankl überlebte Auschwitz mit dieser Erkenntnis. Zwischen dem, was passiert, und deiner Reaktion – da bist du frei.
Mach es dir bequem und lass dich für einen Moment nieder.
Atme einmal tief ein und wieder aus.
Und noch einmal – ein bewusster Atemzug.
Heute möchte ich dir eine Geschichte erzählen über einen Mann, der in der dunkelsten Zeit seines Lebens etwas Erstaunliches entdeckte.
Eine Entdeckung, die alles veränderte.
Wien, neunzehnhundertdreiundvierzig.
Viktor Frankl sitzt in seinem Studierzimmer und betrachtet das Manuskript auf seinem Schreibtisch.
Jahre der Arbeit liegen vor ihm – seine Theorie über den Sinn des Lebens, sorgfältig niedergeschrieben.
Draußen hört er Stiefel auf Kopfsteinpflaster.
Die Schritte kommen näher.
Als die Tür aufbricht, weiß er: Das ist das Ende seines alten Lebens.
Im Konzentrationslager nimmt man ihm alles.
Seine Kleidung, seinen Ring, sein Manuskript.
Alles, was ihn als Viktor Frankl definiert hat, ist weg.
In den ersten Wochen kämpft er mit einer Wut, die ihn zu verschlingen droht.
Jeden Morgen, wenn die Wachen schreien, spürt er, wie der Zorn in ihm hochsteigt.
Aber dann, an einem besonders schweren Tag, macht er eine Beobachtung.
Ein Mitgefangener wird angeschrien, brutal behandelt.
Frankl erwartet Wut, Verzweiflung, Zusammenbruch.
Stattdessen sieht er etwas anderes in den Augen des Mannes.
Einen winzigen Moment des Innehaltens.
Als würde der Mann innerlich einen Schritt zurücktreten.
Und in diesem Moment wählen, wie er reagiert.
Frankl beginnt, diesen Raum zu erforschen.
Den Raum zwischen dem Schlag und der Reaktion.
Zwischen dem Schrei und der Antwort.
Zwischen dem, was passiert, und dem, was er daraus macht.
Er entdeckt: Dieser Raum ist winzig, aber unendlich.
Sie können ihm alles nehmen – aber nicht die Wahl, wie er auf das reagiert, was sie ihm antun.
In den schlimmsten Momenten übt er sich darin, diesen Raum zu finden.
Wenn der Hunger ihn quält, hält er inne.
Wenn die Erschöpfung überwältigend wird, atmet er.
Und in diesem winzigen Moment zwischen Reiz und Reaktion findet er seine Freiheit wieder.
Lass uns gemeinsam diesen Raum erkunden.
Denk an eine Situation aus den letzten Tagen, in der du sofort reagiert hast.
Vielleicht warst du genervt, enttäuscht oder überrascht.
Atme einmal tief ein.
Und stell dir vor, du hättest in diesem Moment innegehalten.
Nur für einen Herzschlag.
Was hättest du in diesem winzigen Raum gespürt?
Atme noch einmal und lass diese Frage in dir nachklingen.
Frankl schrieb später: "Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum."
"In diesem Raum liegt unsere Macht zu wählen."
"Und in unserer Wahl liegen unser Wachstum und unsere Freiheit."
Dieser Raum ist immer da.
Auch jetzt, während du zuhörst.
Er wartet nur darauf, entdeckt zu werden.
Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum.
Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum.
In diesem Raum lebst du wirklich.
Dort bist du frei.
Nimm diesen Gedanken mit in deinen Tag – und entdecke deinen eigenen Raum der Freiheit.
Atme noch einmal tief ein und kehre sanft zurück.
Danke für diese gemeinsamen Minuten.
Danke, dass du Calm Sessions genutzt hast.
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