Die Axt und der Wald
Manchmal öffnen wir selbst die Tür für das, was uns schadet. Die Bäume sagten: Der Stiel der Axt ist aus unserem eigenen Holz. Achte darauf, wem du Einlass gewährst.
Mach es dir bequem und lass deine Schultern fallen.
Atme einmal tief ein und lass die Luft langsam durch den Mund ausströmen.
Noch einmal.
Ein langer, tiefer Atemzug hinein.
Und langsam wieder hinaus.
Heute möchte ich dir eine alte Geschichte erzählen, die schon seit Jahrhunderten weitergetragen wird.
Eine Geschichte über einen Wald und eine Axt.
Es war einmal ein dichter, alter Wald.
Seine Bäume standen seit Generationen zusammen, ihre Wurzeln verflochten, ihre Kronen ein schützendes Dach.
Die Eichen erzählten den jungen Birken Geschichten von vergangenen Stürmen.
Die Tannen teilten ihr Harz mit verletzten Nachbarn.
So lebten sie, in Gemeinschaft und Vertrauen.
Eines Tages kam ein Mann an den Rand des Waldes.
Er trug eine blanke Axtklinge in der Hand, aber keinen Stiel.
"Liebe Bäume", rief er, "ich brauche eure Hilfe.
Könnt ihr mir nicht einen kleinen Ast geben?
Nur einen dünnen Zweig für den Stiel meiner Axt?"
Die Bäume tuschelten miteinander.
"Er wirkt harmlos", flüsterte eine junge Buche.
"Es ist ja nur ein kleiner Ast", murmelte ein alter Ahorn.
"Wir haben doch so viele Zweige", sagte die Weide und ließ ihre Äste sanft wiegen.
Schließlich nickte die älteste Eiche dem Wald zu.
"Wir helfen dir", rief sie dem Mann zu.
"Nimm diesen Ast hier."
Dankbar griff der Mann nach dem Zweig, schnitt ihn zurecht und befestigte die Klinge daran.
Dann hob er die fertige Axt und begann zu arbeiten.
Schlag um Schlag fiel auf die Stämme.
Baum um Baum fiel zu Boden.
Die Äste knackten, das Holz splitterte, die Erde bebte.
Als die Bäume erkannten, was geschah, war es zu spät.
In ihrer Panik und Verzweiflung riefen sie sich zu: "Die Axt vernichtet uns!
Aber seht doch - ihr Stiel ist aus unserem eigenen Holz!"
Atme einen Moment mit mir.
Spüre, wie der Atem in dich hineinströmt und wieder hinausgleitet.
Diese Geschichte ist alt, aber ihre Wahrheit ist zeitlos.
Wie oft geben auch wir jemandem das Werkzeug in die Hand, das uns später schadet?
Wir öffnen die Tür für Menschen, die unser Vertrauen missbrauchen.
Wir teilen unsere Schwächen mit denen, die sie gegen uns verwenden.
Wir geben unsere Macht ab an jene, die sie nutzen, um uns kleinzuhalten.
Atme einmal tief und frage dich leise: Wem habe ich in letzter Zeit zu viel von mir preisgegeben?
Es geht nicht darum, misstrauisch oder verschlossen zu werden.
Es geht darum, achtsam zu sein.
Deine Güte zu bewahren, aber auch deine Grenzen.
Atme diese Erkenntnis einmal tief in dich hinein.
Und beim Ausatmen lass los, was du nicht ändern kannst.
Die Bäume erkannten zu spät: Der Stiel der Axt war aus ihrem eigenen Holz.
Manchmal öffnen wir selbst die Tür für das, was uns schadet.
Manchmal öffnen wir selbst die Tür für das, was uns schadet.
Nimm diesen Gedanken mit in deinen Tag.
Achte darauf, wem du Einlass gewährst.
Deine Offenheit ist kostbar - gib sie mit Bedacht.
Atme noch einmal tief ein und recke dich sanft.
Wenn du bereit bist, öffne deine Augen und kehre zurück in diesen Moment.
Danke für diese gemeinsamen Minuten.
Danke, dass du Calm Sessions genutzt hast.