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Tiefgang

Unter der gefrorenen Erde

Nach jeder dunklen Phase kommt das Licht zurück. Der Winter fühlt sich endlos an. Aber unter der gefrorenen Erde warten bereits die Knospen. Dein Aufhören fühlt sich vielleicht noch nach Winter an. Aber der Frühling kommt – garantiert.

Unter der gefrorenen Erde
Nimm eine bequeme Position ein. Schließe deine Augen oder lasse deinen Blick sanft werden. Atme einmal tief ein. Und lass die Luft langsam wieder ausströmen. Noch einmal. Spüre, wie du ankommst. Heute möchte ich dir eine Geschichte erzählen, die sich gerade jetzt, in diesen Tagen, überall um uns herum ereignet. Es war der einundzwanzigste März. Offiziell Frühlingsanfang. Aber die alte Linde vor meinem Fenster schien das nicht mitbekommen zu haben. Ihre Äste waren noch kahl, dunkel und regennass. Der Himmel hing grau und schwer über der Stadt. Ich dachte: "Na toll, wo bleibt denn der Frühling?" Am nächsten Morgen ging ich früh hinaus. Die Luft war kalt, fast wie im Winter. Aber dann bückte ich mich und schaute genauer hin. Da, zwischen den braunen Blättern vom letzten Herbst, lugten winzige grüne Spitzen hervor. Schneeglöckchen. Nicht größer als mein kleiner Finger. "Wo kommen die denn her?", fragte ein kleines Mädchen, das mit ihrer Mutter vorbeiging. Die Mutter lächelte. "Die waren schon da", sagte sie. "Die ganze Zeit über." Ich ging weiter und entdeckte mehr. An der Krokuswiese im Park drückten sich violette Spitzen durch die noch harte Erde. An den Büschen schwollen kleine Knospen. Überall war Leben, das sich seinen Weg bahnte. Dann verstand ich etwas. Der Frühling beginnt nicht am einundzwanzigsten März. Er beginnt viel früher. Unsichtbar. Unter der Erde. Während wir noch frieren und auf Wärme warten, arbeiten die Pflanzen bereits. Im Dunkeln. In der Stille. Ohne dass wir es sehen. Sie sammeln Kraft. Sie wachsen. Sie bereiten sich vor. Ein alter Gärtner erzählte mir einmal: "Die Wurzeln wachsen im Winter am stärksten." Wenn oben alles tot aussieht, wird unten das Fundament gelegt für das, was kommen wird. Lass uns einen Moment innehalten. Atme tief ein und stelle dir vor, du wärst wie diese Pflanzen. Ausatmen. Vielleicht durchlebst auch du gerade so einen Winter. Eine Zeit, in der sich nichts zu bewegen scheint. Eine Zeit des Wartens. Atme ein und frage dich: Was wächst in dir, auch wenn es noch nicht sichtbar ist? Was bereitet sich in der Stille vor? Atme aus und vertraue darauf, dass auch in dir der Frühling bereits begonnen hat. Unsichtbar. Aber real. Der Frühling kommt nicht plötzlich. Er ist ein Versprechen, das die Natur jeden Tag ein bisschen mehr einlöst. Auch dein Neubeginn braucht Zeit. Auch dein Neubeginn braucht Zeit. Nimm diesen Gedanken mit in deinen Tag: Unter der gefrorenen Erde wartet bereits das Leben. In dir wartet bereits das Leben. Atme noch einmal tief ein. Spüre die Kraft in dir, die wächst. Öffne deine Augen. Danke für diese gemeinsamen Minuten. Danke, dass du Calm Sessions genutzt hast.